Brandschutz im Holzbau

Holz ist ein natürlicher Baustoff mit Tradition und Zukunft. Ob im Holzbau, Elementbau oder Innenausbau – der Werkstoff hat sich stetig weiterentwickelt und bietet zahlreiche Vorteile. Als nachwachsender Rohstoff ist Holz eine nachhaltige Alternative, welche gute Dämmwerte, eine verbesserte Energiebilanz, hohe Stabilität bei geringem Eigengewicht und kurze Bauzeiten bietet. Doch wie sieht es eigentlich mit dem Brandschutz im Holzbau aus?
natürliche Holzfassade

Brandschutz im Holzbau: Die Schweiz setzt Massstäbe

Im Jahre 2003 führte die Schweiz die Brandschutzvorschriften der VKF ein. Diese stellen die gesetzliche Grundlage für die Ausführung des Brandschutzes in Gebäuden dar. Ein grosser und wichtiger Schritt für die Anwendung von Holz bei mehrgeschossigen Bauten.

Seit 2006 ist es zulässig, Bauten mit bis zu sechs Geschossen zu errichten. Diese dürfen zum Wohnen, als Büro und als Schulen genutzt werden.

Aufgrund der positiven Erfahrungen mit Holzbauten wurde dieser Weg fortgesetzt. 2015 wurden daher neue Brandschutzvorschriften eingeführt. Seitdem wird auf die Benachteiligung von Holzbauteilen verzichtet. Das bedeutet, dass Holzbauteile für alle Gebäudekategorien und Nutzungen zulässig sind. Das gilt zumindest, wenn die Anforderungen an den Feuerwiderstand bei bis zu 90 Minuten liegen.  
 
Durch diese neuen Brandschutzvorschriften ist im Holzbau heute viel mehr möglich als zuvor. Bei der VFK handelt es sich um die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen. Alle zehn Jahre werden die Brandschutzvorschriften von der VFK überarbeitet. In die neuen Vorschriften fliessen die Erkenntnisse aus den Jahren davor ein.  
 
Es wurden bemerkenswerte Änderungen eingeführt: Sind Holzbauteile aus brandschutztechnischer Sicht robust, so werden sie nicht brennbaren Bauteilen gleichgestellt.
 
Gewonnen wurden diese Erkenntnisse durch umfangreiche Untersuchungen. Dabei hat sich ergeben, dass nicht die Brennbarkeit eines Baustoffs ausschlaggebend ist. Viel wichtiger ist die aus brandschutztechnischer Sicht korrekte Ausführung einer Konstruktion. Diese hat einen grösseren Einfluss auf das Brandverhalten eines Gebäudes, als das Material.

Wieso Brände entstehen

Obwohl viele davon ausgehen, dass in einem Holzbau das Brandentstehungsrisiko höher ist, so ist das nicht unbedingt der Fall. Unabhängig vom Baumaterial, kann es durch menschliches Fehlverhalten immer zu einem Brand kommen. Eine vergessene Kerze, Fehler in der Elektrik oder technisches Versagen. Diese und viele weitere Ursachen sind in den meisten Fällen der Grund für einen Hausbrand.

Warum ist der Brandschutz im Holzbau so wichtig?

Trotz allem handelt es sich bei Holz immer noch um einen brennbaren Baustoff. Im Falle eines Brandes kann das bedeuten, dass sich das Material am Brandgeschehen beteiligt. Diese Tatsache muss bereits bei der Planung von Holzbauten berücksichtigt werden. Unterschieden werden muss zwischen Brennbarkeitsklasse des Materials und Feuerwiderstand der Gesamtkonstruktion. 
 
Ob das Material brennbar ist, spielt vor allem dann eine Rolle, wenn dadurch die Ausbreitung eines Brandes gefördert wird. Brennbare Oberflächen dürfen daher nicht für Flure und Fluchtwege genutzt werden. In Fluren, Treppenhäusern und Fluchtbereichen soll die Brandlast so niedrig wie möglich gehalten werden. Bei mehrgeschossigen Holzbauten sollten zudem sichtbare Holzoberflächen auf das Minimum reduziert werden.
 
Kommt es zu einem Raumvollbrand, bei welchem alle Raumoberflächen brennen, kann eine grosse Menge an Gas entstehen. Verbrennen diese Gase nicht vollständig, kann es zu einer starken Brandbeanspruchung vor der Fassade kommen.
 
Daher empfiehlt es sich, nicht alle Elemente eines Gebäudes vollständig aus Holz zu gestalten. Sind die Wände aus Holz und bleiben unverkleidet, sollte der Boden aus einem anderen Material bestehen. Umgekehrt gilt: Ist der Boden aus Holz, lassen sich die Wände besser verkleiden, um ein ausgewogenes Raumklima und langlebige Konstruktionen zu gewährleisten.  
 
Wie man seinen Holzbau dem Brandschutz entsprechend gestaltet, kann Ihnen unser Fachpersonal passend zu Ihrer Situation näher bringen.

Ist Holz ein sicheres Baumaterial?

Moderne Holzbauweise hat das alte Vorurteil längst widerlegt: Holzbauten sind keineswegs brandgefährlicher als andere Materialien. Im Gegenteil: Holz brennt berechenbar und damit sicher.

Vorhersagbares Brandverhalten als Vorteil

Während Stahlkonstruktionen im Brandfall oft unvorhersehbar reagieren und Betonbauten durch explodierende Feuchtigkeit gefährlich werden können, zeigt Holz ein kontrollierbares Brandverhalten. Es brennt gleichmässig von aussen nach innen ab, wodurch die Tragfähigkeit lange erhalten bleibt. Versagt eine Holzkonstruktion, kündigt sich dies rechtzeitig an – ein entscheidender Sicherheitsvorteil.

Natürlicher Brandschutz durch Material-Eigenschaften

Die geringe Wärmeleitfähigkeit von Holz und seine langsame Abbrandrate sorgen für anhaltende Stabilität. Besonders clever: Beim Brennen bildet sich eine natürliche Schutzschicht an der Oberfläche, die den Abbrand zusätzlich verlangsamt. Diese vorhersagbaren Eigenschaften, von der Abbrandrate bis zur Brandtemperatur, machen Holz zu einem kalkulierbaren Baustoff.

Das Ergebnis: Holz wird standardmässig als maximal „normal entflammbar“ klassifiziert. Beim Brandschutz überzeugt der Naturbaustoff damit Bauherren, Planer und Architekten gleichermassen – ein weiterer Grund, warum modernes Bauen mit Holz die Zukunft gehört.

 

Florian Berner hilft Ihnen gerne weiter.

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